Baufachzeitung

20.09.2017

Baustoffe + Bauchemie

Injektionsverfahren gegen Feuchtigkeit

StekoX Abdichtungstechnik

Es ist so etwas wie eine kleine Stadt in der Stadt. Wenn sich am 23. September 2014 die Tore des neu gebauten Gerberviertels öffnen, finden die Stuttgarter eine Kombination unter einem Dach, von der andere Großstädte nur träumen können: In der Paulinenstraße dürfen sie fortan einkaufen, Essen gehen, arbeiten, wohnen und parken.

An dem baulichen Multitalent Gerber ist eigentlich alles neu: Die Funktion, die Gestaltung und der Name. Seit dem Jahr 2011 wird es kurz und knackig „Das Gerber“ genannt, komplett bestückt mit Logo, Marketingkonzept und löblichen Zielen in Sachen Nachhaltigkeit. Das Planungsteam für „Das Gerber“ richtete sich nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB) und strebt eine entsprechende Auszeichnung an.

Seit dem Baustart im Januar 2011 arbeitete auf dem 13.000 Quadratmeter großen Areal ein hochkarätiges und kompetentes Team, zu dem auch StekoX aus Magstadt gehört. Der Betonbauspezialist ist mit seiner Abdichtungstechnologie nicht nur auf den Großbaustellen der Welt zu Hause, sondern hält mit seiner Arbeit – später mehr dazu – auch vor der eigenen Haustüre mit den Großen in der Bauwelt mit. Und Große waren am Gerber viele beteiligt.
Für die Innenarchitektur etwa zeichnet die weltweit agierende Ippolito Fleitz Group um Stardesigner Peter Ippolito verantwortlich. Sein Team kreierte fließende Raumübergänge und erzeugte mit kluger Lichtführung, der erstklassigen Beleuchtung des Münchner Pfarré Lighting Design und mit Bodenbelägen, die an Gehwege erinnern sollen, unter Dach das Flair einer Flaniermeile.

Der Architekt Bernd Albers – Professor an der Fachhochschule Potsdam, Leiter eines fünfzehnköpfigen Architekturbüros und unter anderem bekannt für prominente Berliner Bauten wie das Gebäude der Friedrich Ebert Stiftung und das Neucölln Carree – gab dem Stuttgarter Projekt mit einem beherzten Wettbewerbsentwurf ein imposantes, gefälliges Gesicht. Der Entwurf ging respektvoll mit der historischen Substanz um. Bernd Albers integrierte die gründerzeitliche Fassade in der Tübingerstraße mit ihrem mehrgeschossigen Handelssockel und den darüber liegenden, kleinteiligen Wohnungs- und Büroräumen intelligent und sensibel in das Multifunktionskonzept.

Das Gerber führt aber nicht nur die bauliche Vergangenheit und den urbanen Pulsschlag des 21. Jahrhunderts zusammen. Es verbindet auch städtebaulich die unbestreitbare Königin der Stadt, die Königsstraße, und deren Verlängerung, die Marienstraße, mit den südlich anschließenden Stadtteilen, die damit besser an das Stadtzentrum gekoppelt sind.
Man kann verstehen, dass Projekte dieser Größenordnung die volle Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit genießen, namentlich wenn sie das Stadtbild umprägen. Die spektakulären Vorgänge an der Oberfläche wie die Abbruchphase von sechs Monaten – beeindruckend in Zeitraffervideos festgehalten – finden viel Beachtung. Das gilt natürlich auch für die geschätzten 250 Millionen, die das ganze Projekt kosten soll.

Recht wenig Beachtung hingegen erfahren meist die Vorgänge im Untergrund. Dabei spielen gerade sie eine buchstäblich tragende Rolle. Denn bleiben Schwachstellen im Fundament, steht auch die prestigeträchtige Oberfläche nicht auf sicheren Füßen. Ein ewig aktuelles Beispiel dafür ist Feuchtigkeit. Der Boden einer Tiefgarage muss ebenso trocken sein wie der einer Boutique und ein Sprinklertank so dicht halten wie die Glasfront einer historischen Fassade.

Das gewährleisten stille Helden im Untergrund. Wie StekoX . Das Unternehmen sicherte mit seinen ausgeklügelten und bewährten Methoden den großen Komplex durch Injektionsverfahren gegen unerwünschte Feuchtigkeit. Das StekoX PUR-Harz (Polyurethan), ein Zwei-Komponenten-Gemisch aus Harz und Härter, sorgt dafür, dass die rund 11.000 Tonnen Betonstahl, die 400 Tonnen Baustahl und die 65.000 Kubikmeter Beton trocken bleiben. So gelangen Tausende von Besuchern trockenen Fußes von ihrer Shoppingtour zu ihrem Auto. „In der Tiefgarage haben wir planmäßig wasserführende Risse und Arbeitsfugen abgedichtet“, erläutert Claus Steinbuch, der gemeinsam mit Andreas Kogel das Unternehmen gegründet hat und leitet. Auch am Sprinklertank im Technikbereich arbeitete das Team von StekoX.

Für Claus Steinbuch gehören solche Großprojekte in der Zwischenzeit zum Alltag. „Nach vielen Jahren Erfahrung auf internationalen Großbaustellen, in Amsterdam, Malaysia und in Singapur, im Tunnel- und Straßenbau sowie mit problematischen Sanierungsfällen laufen solche Arbeiten bei uns heute routiniert“, sagt er. Und macht sich auf den Weg zum nächsten Einsatz im Untergrund.

StekoX GmbH Abdichtungstechnik, www.stekox.de

Bild: Aldinger + Wolf

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