Baufachzeitung

26.04.2017

Beton + Schalung

Einsatz von Betonfertigteilen im TaunusTurm

Einsatz von Betonfertigteilen im TaunusTurm von Peikko
Einsatz von Betonfertigteilen im TaunusTurm von Peikko
Einsatz von Betonfertigteilen im TaunusTurm von Peikko
Einsatz von Betonfertigteilen im TaunusTurm von Peikko
Einsatz von Betonfertigteilen im TaunusTurm von Peikko
Einsatz von Betonfertigteilen im TaunusTurm von Peikko
Einsatz von Betonfertigteilen im TaunusTurm von Peikko
Einsatz von Betonfertigteilen im TaunusTurm von Peikko

Frankfurts Skyline bekommt Zuwachs. Mitten im Herzen des Bankenviertels entsteht derzeit der 170 Meter hohe TaunusTurm. Die Ed. Züblin AG, Stuttgart, wurde mit der Errichtung des Objekts beauftragt. Um die Rohbaubauzeit von nur 14 Monaten in arbeitssicherer Montage und höchster Qualität einhalten zu können, verwendet das Unternehmen Betonfertigteile, die mit Hilfe der innovativen Produkte des Herstellers Peikko Deutschland GmbH, Waldeck, hergestellt und verbunden werden.

Frankfurt, die Stadt mit den meisten Hochhäusern in Deutschland, wird bald um ein weiteres reicher sein. Bis Ende 2013 werden die Joint-Venture-Partner Tishman Speyer und Commerz Real AG den TaunusTurm fertigstellen. Das an der Ecke von Neuer Mainzer Straße und Taunustor zwischen Bankenviertel und historischer Wallanlage gelegene Bürohochhaus wird auf 40 Stockwerken rund 60.000 Quadratmeter Bürofläche bieten.

Am 18. Januar 2012 erfolgte die Grundsteinlegung des Gebäudes. Der weltweit agierende Konzern Ed. Züblin AG übernimmt beim TaunusTurm die Genehmigungs- und Ausführungsplanung, die Koordination und die schlüsselfertige Erstellung des Gebäudes. Das Unternehmen ist auf allen Gebieten des Bauwesens tätig und bringt eine jahrzehntelange Erfahrung mit. Seine Mitarbeiter sind gegenüber innovativen Lösungen sehr aufgeschlossen, was sich beim TaunusTurm in Frankfurt ein weiteres Mal beweist.

Innovatives Produkt im Einsatz
Hier wählte das Züblin-Planungsteam die innovativen PC-Konsolen des Herstellers Peikko, um das Hochhaus zu errichten. Diese Elemente werden zwar in Skandinavien schon seit Langem eingesetzt, haben aber noch keine deutsche Zulassung. Dennoch waren die Züblin-Mitarbeiter von dem Produkt so überzeugt, dass sie sich für die Zustimmung im Einzelfall entschieden und den Einsatz von insgesamt 1200 Elementen im TaunusTurm einplanten. Bei den PC-Konsolen handelt es sich um gelenkige Verbindungselemente von tragenden Betonbauteilen und Deckenträgern. Sie sind hoch belastbar und ermöglichen niedrige Konstruktionshöhen. Doch für die Verantwortlichen war ein ganz anderer Aspekt viel entscheidender: Die PC-Konsole gestattet es, die tragenden Elemente und die Deckenauflager mit einer glatten Schalung zu bauen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren sind mit ihr komplizierte Schalungskonstruktionen überflüssig. Dadurch können beim TaunusTurm die Züblin-Mitarbeiter die tragenden Wände mit Hilfe einer Kletterschalung errichten, wodurch sich viel Zeit und Geld sparen lassen sowie die hohen Qualitätsanforderungen erfüllt werden.

Funktionsweise der PC-Konsolen …
Die PC-Konsolen werden dazu verwendet, Deckenträger, wie z. B. Stahl-, Stahlbeton- oder Stahlverbundträger, mit tragenden Elementen wie zum Beispiel Stahlbetonstützen und Wänden zu verbinden. Beim TaunusTurm werden sie für den Verbund von Stahlbetonfertigteilträgern und tragenden Betonwänden eingesetzt. Das System besteht aus einzelnen Modulen, die perfekt aufeinander abgestimmt sind und so eine einfache Montage erlauben: Zunächst wird der einzubetonierende Teil der Konsole der tragenden Wand oder der Stütze integriert und mit der Hauptbewehrung verbunden. Da die eigentliche Konsole erst nach dem Ausschalen befestigt wird, entfallen bei der Montage der Konsole aufwendige Durchdringungen der Schalhaut. Die Schalung bleibt unversehrt und kann daher häufiger zum Einsatz kommen. Erst nachdem der Beton hinlänglich ausgehärtet ist und die Schalung entfernt wurde, wird die eigentliche Konsole montiert. Sie ist aus Stahl und lässt sich mit Hilfe hochfester Schrauben sicher und einfach befestigen.

… in Kombination mit den PC-Balkenschuhen
Nun kommen die PC-Balkenschuhe ins Spiel. Sie sind das perfekte Gegenstück zu den PC-Konsolen. Das Fertigteilwerk betoniert sie flächenbündig in die Kopfenden der Deckenträger ein. Beim TaunusTurm wurde dies vom Züblin Fertigteilwerk Gladbeck übernommen. Dank der perfekt aufeinander abgestimmten Form der einzelnen Module kann der PC-Balkenschuh vor Ort problemlos auf die PC-Konsole aufgesteckt werden. Dabei ist es von Vorteil, dass die PC-Konsole Toleranzen von ±12 mm in vertikaler und horizontaler Richtung aufnimmt sowie Toleranzen von ± 20 mm in Trägerlängsrichtung ermöglicht. Da beim TaunusTurm ein Feuerwiderstand von F120 gefordert ist, muss der Fugenbereich der PC-Konsolen umlaufend mit Kompressionsband versehen werden. Die PC-Balkenschuhe erhalten unterseitig eine Verkleidung mit Brandschutzplatten. Beim Bau des TaunusTurms kamen für dasZüblin-Planungsteams nur die PC-Konsolen von Peikko infrage. Nach deren Aussage gibt es in Deutschland kein vergleichbares System, das es ermöglicht, den TaunusTurm so schnell und wirtschaftlich zu errichten, wie es mit den PC-Konsolen möglich ist. Ein größeres Kompliment kann ein Konstruktionssystem nicht bekommen.

Bauherr:
Kaiserkarree S. à r. l., eine gemeinsame Projektgesellschaft von Tishman Speyer und Commerz Real AG

Projektentwickler:
Tishman Speyer Properties Deutschland GmbH, www.tishmanspeyer.com
Commerz Real AG, commerzreal.com

Generalunternehmer:
Ed. Züblin AG, www.zueblin.de

Lieferant der PC-Konsolen:
Peikko Deutschland GmbH, www.peikko.de

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