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18.08.2017

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Fassade der Europaschule II in Luxemburg

Viel Tageslicht, helle Farben und klare Strukturen zeichnen die Innenräume der Europaschule II aus. Bild: Bohumil Kostohryz, Luxemburg
Die zahlreichen Vordächer sind mit eingespannten aufblasbaren Wolkenmembranen für den UV- und Regenschutz ausgestattet. Bild: Bohumil Kostohryz, Luxemburg
Großflächige Fassaden von Innenhöfen und gemeinschaftlich genutzten Funktionsbereichen wie Aula und Mensa sind als Pfosten-Riegelkonstruktionen ausgeführt. Bild: Bohumil Kostohryz, Luxemburg
Einer der Innenhöfe zwischen den Gebäuden: Die Feldaufteilung der Lichtöffnungen folgt einem durchgängigen Prinzip. Pro Einheit sind zwei großflächige, automatisierte Lüftungselemente mit verdeckten Rahmenkonstruktionen mit einem schmalen, per Hand zu öffnenden Flügel kombiniert. Bild: Bohumil Kostohryz, Luxemburg
Teil der Innenraumgestaltung ist ein sorgsam ausgearbeitetes Farbkonzept unter Einsatz großflächiger Farbglas-Elemente. Bild: Bohumil Kostohryz, Luxemburg
Die Klassenräume bieten eine helle, lernfreundliche Atmosphäre, klimatisch unterstützt durch hochwärmegedämmte Fenstertechnik sowie automatisierte Belüftung und Beschattung. Die großzügigen Aussichten auf Freiflächen, begrünte Innenhöfe und das Umland schaffen optische Übergänge zwischen Innen- und Außenraum. Bild: Bohumil Kostohryz, Luxemburg

Einen Schulcampus für über 3.000 Schüler unterschiedlichster Altersstufen und Schulformen zu entwickeln bedarf einer Architektur, die gestalterisch verbindend und zugleich funktional offen ist. Mit ihrem Konzept für die Europaschule II in Mamer/Bartringen, Luxemburg, lösten die Architekten Michel Petit und Johannes Schilling diese vielschichtige Aufgabe - es entstand ein Gebäudeensemble, das Kindern einen identifikationsfähigen, sympathischen Lern- und Lebensraum innerhalb eines geschützten Bereiches bietet. Eine wichtige Rolle spielen dabei die großzügig proportionierten Lichtöffnungen in den Fassaden, die mit Fenster- und Fassadensystemen von Schüco realisiert wurden.

Seine Grundanordnung erfährt der Campus der Europaschule II aus dem Entwurfsgedanken heraus, die sechs Gebäude um einen zentralen Garten herum zu arrangieren, der aus den Gebäuden heraus über Höfe, überdachte Zonen und Wege zugänglich wird. Eine Schule der Größenordnung der Europaschule II hat im Hinblick auf die altersspezifische Nutzung und Funktionalität ihrer Gebäude eine differenzierte Identität. Dieser Tatsache trugen die Architekten Rechnung, indem sie jedem der sechs Gebäude ermöglichten, eigenständige Lern- und Lebensräume für die jeweilige Altersgruppe zu entwickeln. Ziel war es dabei, die verschiedenen schulischen Einheiten mit ihren Außenbereichen baulich eindeutig ablesbar zu gestalten. Jede Institution und gemeinschaftliche Einrichtung verfügt deshalb über ein eigenes Gebäude mit eigenen Höfen und Plätzen. Zunächst einmal widersprüchlich zu der individualisierten Nutzung erscheint die Absicht, alle Funktionen über eine klar erkennbare visuelle Klammer außen wie innen zu vereinen. Also keine isolierten Bereiche oder Zonen zu bilden, sondern über die architektonische Form ein zusammenhängendes Raumerlebnis zu schaffen. Die Architekten gingen mit Ihrem Gestaltungsanspruch an die übergeordnete Identität soweit, dass sie mit ihrer Raumkomposition innen wie außen eine intuitive Begreifbarkeit und selbstverständliche Wirkung erzielen wollten. Der Campus sollte auf die Betrachter und die darin lernenden und lebenden Schüler stets wie etwas Zusammenhängendes, wie ein Ensemble wirken.

Durch die bräunliche, lehmige Farbgebung des Fassadenmaterials - mit rohen Brettern geschalter Beton - wird eine Verbindung des Baukörper-Ensembles mit der umgebenden Landschaft hergestellt. Die Baukörper fügen sich mit einer warmen Ausstrahlung in die Umgebung ein, was nochmals durch die dunkle Färbung der Überdachungen, Fensterprofile und Metallflächen unterstützt wird. Im Inneren werden dagegen durchgängig helle Farben verwendet, die in Zusammenhang mit einem sorgsam ausgearbeiteten Farbkonzept auf der Basis farbiger Gläser eine besondere Atmosphäre erzeugen. Die helle lern- und lebensfreundliche Atmosphäre wird durch den hohen natürlichen Lichteinfall unterstützt, der auf die großflächigen Fensterelemente und Fassadenverglasungen zurückzuführen ist.

An dem Projekt waren zwei Schüco Partnerunternehmen beteiligt, die NR Metallbau GmbH aus Straelen und die Firma Sermelux aus Kehlen. „Um die helle und freundliche Wirkung der Innenräume zu erreichen haben wir bei diesem für Luxemburg wichtigen Projekt rund 12.000 Quadratmeter Fassaden und Fenster produziert und montiert, sagt Yves Kemp, Geschäftsführer der Sermelux Aluminium SA. „Die größte technische Herausforderung waren die 852 TipTronic Fensterflügel, die über 356 BUS-Liniengruppen gesteuert werden. Sie wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro und Schüco entwickelt und eingebaut. Um den strengen energiepolitischen Anforderungen der luxemburgischen Bauverwaltung Rechnung zu tragen, haben die von uns realisierten Fassaden einen U-Wert von unter 0,7 W(m2K).“

NR Metallbau aus Straelen hat insgesamt 224 Fassadenelemente montiert. Dazu nutzte der Metallbauer eine Kombination aus dem Fassadensystem Schüco FW 60+.SI mit AWS 75.SI TipTronic Flügeln. Auch diese Flügel sind über Schüco BUS-Gruppen an die Gebäudeautomation angebunden. Die Elemente wurden durchgängig mit 3-fach Verglasung, teilweise unter Einsatz von integrierten Vanceva Color Folien, ausgestattet. „In dieser Konfiguration erreichen wir hervorragende technische Werte“, erläutert Hans-Josef Dicks, Geschäftsführer von NR Metallbau. Der UCW-Wert beträgt 0,85 W(m2K) (Ug-Wert 0,60 W(m2K). Aufgrund der Verglasung mit gering wärmeleitfähigen Abstandhaltern liegt der Psi-Wert bei guten 0,05 W/mK. „Anspruchsvoll war die Montage der verdeckten Entwässerungsrinnen hinter der Betonfertigteilfassade, ebenso wie die verdeckte Montage der Fenster-Lüftungsflügel hinter der Betonfassade. Deshalb mussten wir diesen Arbeitsschritt vom Projektablauf her im Anschluss an die Montage der Betonfassade in Angriff nehmen. Außerdem war ein Lüftungsgittersystem im Seitenbereich der Elemente zu integrieren, das zur unsichtbaren Raumbelüftung durch die Flügel dient.“ Die Montage der von NR Metallbau vorgefertigten, noch nicht verglasten Elemente erfolgte von Gerüst aus.

Schüco International KG, www.schueco.de

Bautafel
Europaschule II, Mamer/Bartringen (Luxemburg)

Campus aus 6 Gebäuden in Hanglage:
- Centre polyvalent de l'enfance: Kinderkrippe für 105 Kinder von 0-3 Jahren
- Maternelle: Schule für 420 Schüler von 4-6 Jahren
- Primaire: Schule für 1.050 Schüler von 6-11 Jahren
- Secondaire: Schule für 1.600 Schüler von 11-18 Jahren
- Administration: Verwaltung, Veranstaltungsraum für 350 Personen
- Sport: 5-fach-Turnhalle, Gymnastikräume, 2 Schwimmbecken

Brutto-Grundfläche (BGF): 86.670 m²
Brutto-Rauminhalt (BRI): 364.100 m³

Architekten
Michel Petit, Luxemburg (LU) und Schilling Architekten, Köln (DE)
(Leistungsphase 1-9)

Verarbeiter/Metallbauer (Fenster und Fassaden)
Sermelux SA, Kehlen (LU)
NR Metallbau GmbH, Straelen (DE)

Systemtechnik Fenster und Fassaden
Pfosten-/Riegelfassade (ca. 20.000 m²) System Schüco FW 60+.SI, manuelle Fensterflügel Schüco AWS 75.SI (ca. 550 Stk.), TipTronic Fensterflügel Schüco AWS 75.SI (ca. 1.350 Stk.), RWA Flügel Schüco AWS 57 RO und Schüco RWA-Zentralen, Schüco BUS-Gruppen inkl. BUS-Linien zur Gruppensteuerung in der Gebäudeautomation.

Baukosten
ca. 237 Mio €

Baubeginn/Fertigstellung
2009/2012

 

 

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