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Neue Standards auf der Baustelle werden durch die Digitalisierung zu einem Muss. Damit Daten in Echtzeit ausgetauscht und Planänderungen sofort flächendeckend umgesetzt werden können, müssen alle Beteiligten stets auf dem neusten Stand sein – auch der Maschinenführer. Ist dies nicht der Fall, wird die Baugrube zu tief, die Kurve zu eng oder der Hang zu steil. Voraussetzung ist eine einheitliche, intelligente Maschinensteuerung, die digitale 3D-Modelle über sämtliche Baumaschinen hinweg ermöglicht. Im Interview erklärt Jan Hakert, Leiter Vertrieb Tiefbau von Leica Geosystems, welchen Beitrag die neue All-in-One-Maschinensteuerungslösung des Unternehmens zur digitalen Baustelle leisten kann und warum sie zu Produktivitätserhöhungen führt.

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Interview mit Jan Hakert, Leiter Vertrieb Hoch- und Tiefbau bei Leica Geosystems

Redaktion: Herr Hakert ‒ wie schätzen Sie die aktuelle Lage für deutsche Bauunternehmer ein?

Jan Hakert: Die Baubranche erlebt derzeit einen starken Boom. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe ist allein im Jahr 2018 auf 126,5 Mrd. Euro und damit um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Und dieser Trend ist auch 2019 ungebrochen. Die Bauunternehmer sehen sich trotz oder auch gerade wegen dieser positiven Entwicklung zahlreichen Herausforderungen gegenüber: Die gesetzlich einzuhaltenden Standards verschärfen sich. Gleichzeitig können sie aufgrund von Kapazitätsengpässen teilweise gar nicht alle Bauaufträge annehmen. Facharbeiter sind Mangelware und auch beim Nachwuchs gibt es Engpässe. Um die Attraktivität für Arbeitskräfte zu steigern, hatte die Branche sogar die Mindestlöhne um vier und die Facharbeiterlöhne um rund sechs Prozent erhöht. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, die Produktivität auf der Baustelle mittels digitaler Lösungen zu erhöhen.

Redaktion: Jeder redet von Digitalisierung. Wie weit ist die smarte Transformation auf deutschen Baustellen?

Jan Hakert: Wie wichtig der Branche das Thema ist, zeigt nicht zuletzt das Motto des 6. Deutschen Bauwirtschaftstag im November in Berlin. Es heißt: „Wir bauen Zukunft ‒ Digital und Smart“. Unserer Einschätzung nach, und das hat sich auch wieder auf der diesjährigen bauma bestätigt, ist die digitale Transformation auf der Baustelle angekommen und in vollem Gange. Eine Studie der Industrie- und Handelskammer verdeutlicht die Auswirkungen. Mehr als 80 Prozent der befragten Akteure aus der Baubranche sind der Meinung, dass sich die Digitalisierung auf alle für sie relevanten Prozesse auswirken wird. Die Bauunternehmen erwarten sich dadurch natürlich einige Vorteile. Bauvorhaben sollen schneller, kostengünstiger und weniger fehleranfällig abgewickelt werden ‒ bei gleichzeitig höherer Qualität.

Redaktion: Das hört sich überzeugend an, aber wie lassen sich die Vorteile in der Praxis erzielen?

Jan Hakert: Vom Team vor Ort bis zum Planer im Büro: Die Digitalisierung der Daten und der Zugriff in Echtzeit darauf ermöglicht die Verbesserungen. Wenn alle Maschinen und Personen auf der Baustelle mit Echtzeit-Daten arbeiten, lassen sich teure Verzögerungen oder Nachbesserungen vermeiden. Klar ist jedoch auch, dass es hier einige Klippen zu umschiffen gilt. Unterschiedliche Baumaschinen erfordern unterschiedliche Maschinensteuerungs-Lösungen. Ist dies der Fall, erhöht sich der Schulungsbedarf für die Maschinenführer, die erst jede Maschinensteuerung kennenlernen müssen. Kompliziert wird es auch, wenn beispielsweise unterschiedliche Planungsdatenstrukturen eingesetzt werden. Ein aufwendiger Datenabgleich ist die Folge.
Was viele nicht bedenken: Mit den digitalen Hilfsmitteln, halten teilweise sehr komplexe Systeme Einzug in die Fahrerkabine. So können zu viele unterschiedliche Assistenzsysteme auch schnell zu einer Überforderung der Fahrer führen. Fakt ist: Der kompetente Umgang mit der Maschinensteuerung ist unumgänglich. Denken Sie nur an den Straßenbau ‒ der Aushub muss auf den Zentimeter genau erfolgen. Oder wird eine Baugruppe zu tief oder zu flach, hat das Folgen für alle weiteren Bauschritte.

Redaktion: Was kann hier Abhilfe schaffen?

Jan Hakert: Eine einheitliche, kombinierte Software- und Hardwareplattform, die zudem mobil ist, und dann noch über eine Cloud-Anwendung mit dem Büro verbunden ist, bildet eine ideale Lösung. Leica bietet beispielsweise eine integrierte, mobile, 3D-Maschinensteuerungs-Komplettlösung an. 3D-Maschinensteuerungssysteme ermöglichen den Fahrern das Arbeiten mit hochpräzisem GPS beziehungsweise GNSS bei gleichzeitigem Überwachen der Maschinenposition. Die kombinierte Software- und Hardwareplattform lässt sich für die gesamte Baumaschinenflotte einsetzen und kann zusätzlich mit der cloudbasierten Produktivitätsplattform Leica ConX verbunden werden.

Redaktion: Welche Vorteile bringt eine 3D-Maschinensteuerung?

Jan Hakert: Sie unterstützt den Maschinenführer bei der richtigen Positionierung der Maschinen und hilft, die Arbeit sauber auszuführen. Unsere Steuerungssoftware MC1 vergleicht beispielsweise auf Basis von Echtzeitdaten die tatsächliche Position einer Schneidkante mit der optimalen Ausrichtung und passt diese automatisch an. Durch die 3D-Kartenmodelle kann der Maschinenführer seine Arbeiten live verfolgen und genau erkennen, an welcher Position er beispielsweise graben muss ‒ auf den Millimeter genau. Die 3D-Maschinensteuerungslösung ermöglicht dadurch pünktliches und plangetreues Arbeiten, auch bei komplexen Baugruben. Als Folge davon sparen die Fahrer wertvolle Zeit ein, die sie ansonsten zur wiederholten Kontrolle der Genauigkeit von Tiefen und Gefällen aufwenden müssten. Zudem können sich die ohne eine solche Arbeitsweise notwendigen Vermessungsingenieure anderen Aufgaben widmen.

Redaktion: Warum sollten Bauunternehmer auf mobile Maschinensteuerungslösungen setzten?

Jan Hakert: Stellen sie sich folgende Situation vor: Abends überprüft der Bauunternehmer die Produktivität der Maschinenflotte, die aus Kostengründen nur teilweise mit digitalen Steuerungen ausgerüstet ist. Er kommt zu dem Schluss, dass er dringend mehr Geschwindigkeit und höhere Präzision bei einer komplizierten Baggeraufgabe benötigt. Unsere All-in-One-Lösung umfasst neben der Software eine einheitliche Hardwareplattform, die aus einer intelligenten Dockingstation der MDS-Serie und der Bedieneinheit MCP80, die für alle schwere Baumaschinen im Wechsel eingesetzt werden kann, umfasst. Im angesprochenen Beispiel kann der Maschinenführer einfach das auf ihn individuell eingestellte Panel mit zu einer anderen Maschine ‒ hier dem Bagger – mitnehmen und noch effizienter arbeiten. Denn die maschinenspezifischen Daten wie Kalibrierwerte oder hydraulische Parameter sind in der Dockingstation gespeichert. So wird sichergestellt, dass keine Informationen verloren gehen. Hinzu kommt: Um den Datenfluss zwischen Maschine, Baustelle und Büro sicherzustellen liegt immer die gleiche Planungsdatenstruktur zu Grunde.

Redaktion: Welche Rolle spielen Teamwork und Vernetzung auf dem Weg zur virtuellen Baustelle?

Jan Hakert: Sie sprechen einen ganz wichtigen Punkt an. Nicht nur das Personal, sondern auch Maschinen und eventuell auch dritte Parteien benötigen den Zugriff auf alle aktuellen Planungsdaten und insbesondere über den aktuellen Baustellenfortschritt. Cloudbasierte Teamarbeitstools wie Leica ConX sollen genau dies ermöglichen, damit sich die Arbeiten pünktlich und vor allem im Budget durchführen lassen. Aus gesammelten Positionsdaten, Referenzmodellen und Entwurfsdaten entsteht eine 3D-Umgebung der kompletten Baustelle. Dieses Tool ermöglicht das Management aller verknüpften Bauvorhaben, falls gewünscht auch über Plattformen von anderen Anbietern, und die Weitergabe von jobbezogenen Daten an alle Involvierten. Produktivitätsfördernd ist es beispielsweise ebenfalls, das Fuhrparkmanagement und den Fernsupport einzubinden.

Redaktion: Stichwort Fernsupport ‒ eine Notwendigkeit auf der Baustelle der Zukunft?

Jan Hakert: Trotz aller Wachstumszahlen muss die Bauwirtschaft Herausforderungen wie schrumpfende Budgets und eine steigende Erwartungshaltung bei immer kürzeren Bauzeiten meistern. Vor diesem Hintergrund sollten Bauunternehmer künftig noch stärker auf Effizienz und Produktivität achten. Klar ist: jede Minute Stillstand der Maschinen kostbares Geld. Die Kombination aus einem unterstützendem Fernsupport und einem technischen Serviceteam vor Ort sind daher von entscheidender Bedeutung, wenn es zu Ausfällen kommt. Eine Plattform wie ConX ermöglicht es dem Supportteam von Leica Geosystems, sich an der Maschinensteuerungseinheit anzumelden und zu überprüfen, wo Mängel bestehen. Innerhalb weniger Minuten erhalten die Fahrer Anweisungen, wie das Problem zu lösen ist. So lassen sich Maschinenstillstände schnell beenden. Wir sind überzeugt: Wenn ein umfassender Datenaustausch einfach und unkompliziert gelingt, ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur digitalen Baustelle getan.

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Kurzbiografie Jan Hakert
Jan Hakert ist bei Leica Geosystems als Segment Manager Heavy Construction Solutions tätig. In dieser Position verantwortet er das Produktmanagement und den Vertrieb von Tiefbau-Lösungen in Deutschland.
Nach seinem Studium zum Betriebswirt und ersten beruflichen Schritten stieg er 2001 bei der Moba Mobile Automation AG in den Vertrieb von Baumaschinensteuerungen ein. Verschiedene berufliche Stationen führten in die USA und nach Indien. Er sammelte Erfahrungen als Sales Manager, baute die Niederlassung in Indien auf, übernahm das Produktmanagement für verschiedene Lösungen und führte das weltweite Händlernetzwerk. 2009 wechselte er zunächst als Vertriebsleiter und später als Geschäftsführer zu Scanlaser, einem seit 2006 zum Hexagon-Konzern gehörenden Systemintegrator für verschiedene Tiefbau-Lösungen. Das Unternehmen wurde zum 31.12.2013 vollständig in die Leica Geosystems integriert.
Seit 2014 baut Jan Hakert bei Leica Geosystems in Deutschland erfolgreich den Bereich Heavy Construction Solutions auf.



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