Baufachzeitung

20.11.2017

Baunachrichten Baufachzeitung

15. Sopro Planer- und Sachverständigenseminar

„Nassräume in Gebäuden fachgerecht planen und bauen“ - unter diesem Thema stand das 15. Wiesbadener Planer- und Sachverständigenseminar. Foto: Sopro Bauchemie GmbH

„Nassräume in Gebäuden fachgerecht planen und bauen“ – unter diesem Thema fanden sich im Oktober 2014 rund 130 Teilnehmer zum 15. Wiesbadener Planer- und Sachverständigenseminar zusammen. Die eintägige Veranstaltung, die im Rahmen der Sopro ProfiAkademie stattfand, beleuchtete sowohl die aktuellen Regelwerke, als auch die technischen Herausforderungen, denen sich Planer und Ausführende hier stellen müssen.

Ob Badezimmer, Wellnessbereich oder Großküche: Regelwerksänderungen, Schnittstellen mit beteiligten Gewerken und neue Bauteilentwicklungen machen Nassräume aller Art zu einem Dauerbrenner einer jeden Baustelle. Das Sopro Planer- und Sachverständigenseminar „Nassräume in Gebäuden fachgerecht planen und bauen“ hatte es sich daher zur Aufgabe gemacht, zentrale Aspekte rund um den Themenkreis Nassräume in einer Reihe von Fachvorträgen zu beleuchten und gemeinsam mit namhaften Experten zu diskutieren - so Dipl.-Ing. (FH) Mario Sommer, Leiter der Sopro Architekten- und Objektberatung, bei der Begrüßung der Seminarteilnehmer. Die Sopro Bauchemie ist in diesem Bereich gut aufgestellt und verfügt nicht nur über das gesamte Portfolio an einschlägigen Produkten, sondern auch über einen großen, bei vielen Projekten gewonnenen Erfahrungsschatz an technischem Know how.

Am Beginn der eintägigen Fachveranstaltung stand die „Planung von Innenraumabdichtungen unter Zuverlässigkeitsaspekten“. Dabei beschrieb Dipl.-Ing. Jan Bredemeyer, Sachverständiger für Abdichtung, Wärme- und Feuchteschutz aus Berlin, die Entwicklung von der DIN 18195-5 hin zur DIN 18534 speziell unter der Fragestellung „Ist zulässig auch ausreichend zuverlässig?“. In seinem Fazit stellte er fest, dass „die Zuordnung von Abdichtungsbauarten zu den Anwendungsfällen der DIN 18534 im Grundsatz Praxisbewährung widerspiegelt“. Gleichwohl ist diese Zuordnung weder als „Kochrezept“ zu verstehen, noch sind die insoweit zulässigen Abdichtungsbauarten in jedem Fall als gleichwertig einzustufen. Im planerischen Einzelfall kann daher „im Hinblick auf das erforderliche Schutzniveau die Zuordnung einer höherwertigen Abdichtungsbauart sinnvoll oder sogar notwendig sein“ - so Bredemeyer.

In einem zweiten Vortrag beschäftigte sich Robert Nürnberger, Leiter Produktmanagement Sparte Boden bei der Lindner AG in Arnstorf, mit dem Thema „Trockenböden aus Calciumsulfat- und Zementplatten“. Er zeigte dabei, dass Trockenhohlbodensysteme den verschiedensten Anforderungen gerecht werden. Wichtig ist, dass der Nachweis für Statik nur für komplette Systeme möglich ist (Konformitätszertifikat) und dass die Systemkomponenten aufeinander abgestimmt sein müssen. Was bei der „Normgerechten und sicheren Entwässerung von Nassräumen und Gebäuden“ zu beachten ist, dies veranschaulichte Dipl.-Ing. Thomas Meyer, Leiter des Schulungszentrums bei der ACO Passavant GmbH in Stadtlengsfeld. Dazu gehört die Beachtung von Normen und Vorschriften ebenso wie die richtige Planung des Brandschutzes und der Bodenabläufe sowie die Auswahl der Rinnen - letzteres stets unter Beachtung der Abflussleistung und der Aufstauhöhe. Wichtig auch die Wahl sowie die detaillierte Planung des Abdichtungssystems etwa in Form einer Abdichtung nach DIN 18195 AIV (Abdichtung im Verbund). Dort wo Schnittstellen zwischen Installateur und Fliesenleger bestehen - wie beispielsweise bei den Duschrinnen - ist es unbedingt erforderlich, die Gewerke übergreifend zu koordinieren.

Welche große Bedeutung der richtigen Abdichtung zukommt, dies machte einmal mehr Dipl.-Ing. Björn Rosenau, Bereichsleiter Objektberatung bei der Sopro Bauchemie in Wiesbaden, mit seinen Ausführungen zur „Planung und Ausführung von Verbundabdichtungen in Feucht- und Nassräumen“ deutlich. Er beschrieb nicht nur detailliert die unterschiedlichen Abdichtungsarten im Bereich moderner Verbundabdichtungen, sondern zeigte zugleich - basierend auf den einschlägigen Regelwerken sowie klaren Planungs- und Ausführungsgrundsätzen - anhand zahlreicher ausgeführter Objekte auch zeitgemäße und praxisorientierte Lösungsvarianten auf. Mit dem in nassbelasteten Räumen ständig diskutierten Thema der Rutschhemmung beschäftigte sich IR. Marcel Engels, Projektleiter Silikatkeramik beim Forschungsinstitut für Anorganische Werkstoffe Glas/Keramik GmbH in Höhr-Grenzhausen. Speziell ging es dabei um „Messungen vor Ort und im Labor“ - genauer um „eine kritische Auseinandersetzung mit Aussagekraft, Anwendungsbereichen und Vergleichbarkeit der Rutschhemmungsmessungen“. Sein Fazit: Rutschhemmung ist und bleibt ein heikles Thema.

Last but not least ging Dr. Anette Ritter-Höll von der Ritter Natursteinberatung und -begutachtung GmbH aus Feldafing der Frage nach: „Welche Natursteinarten eignen sich für die Anforderungen von Nassräumen?“ Sie zeigte dabei zum einen, welche Gesteinsarten es gibt und worin sich diese unterscheiden, und zum anderen wovon die Eignung eines Natursteins für den Einsatz in Nassräumen abhängt. Und sie machte deutlich, dass gerade bei Nassräumen eine fachkundige Aufklärung sowohl der Bauherren, als auch der Architekten unabdingbar ist. Wie sie anhand von Untersuchungen des Naturstein-Verbands Schweiz (NVS) zeigte, ist die Liste der quasi „unproblematischen“ Natursteine kurz. Sie besteht im Wesentlichen aus Noriten, Labradoriten und dichten Quarziten, also aus Natursteinen mit einer geringen Porosität, einem hohen Quarz und Feldspatanteil, keinem Kalkanteil sowie keinen tonigen oder mergeligen Bestandteilen.

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