Baufachzeitung

19.11.2017

Baunachrichten Baufachzeitung

Biomasse verbrennt nahezu klimaneutral

Eine bequeme Art, ökologisch zu heizen: Holzpellets - die gepressten Sägemehlstifte.

„Kohle kauft man am besten im Sommer.“ – Diese Weisheit gilt auch für Holzpellets. Wenn in der kalten Jahreszeit der Heizbedarf steigt, klettern die Preise für den Brennstoff nach oben – kaufen sollte man dann nach Möglichkeit nicht. Das sagt Andreas Skrypietz, Leiter der Klimaschutz- und Informationskampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Ohnehin sei es sinnvoll, das Haus mit Holzpellets zu heizen: „Immer mehr Menschen holen sich eine Pelletheizung ins Haus. Damit outen sie sich nicht nur als Klimaschützer, sondern auch als Sparfüchse“, so Skrypietz. Denn: „Holzpellets sind deutlich günstiger als Heizöl oder Gas.“ In ihrer Serie „Heiße Technik – Die richtige Heizung fürs Haus“ informiert die Kampagne über Möglichkeiten, den eigenen Wänden wirkungsvoll und energiesparend einzuheizen. Wichtig sei, bei der Neuanschaffung einer Pelletheizung auf emissionsarme Anlagen zu achten, um die Feinstaubbelastung zu verringern.

Skrypietz: "Beim Kauf eines Pelletkessels auf Zertifikat achten"
Die Entwicklung solcher emissionsarmer Anlagen hat die DBU in mehreren Projekten unterstützt. Denn: „Hinsichtlich der Feinstaubemissionen stehen Pelletheizungen schlechter da als Gas- und Ölheizungen, was in Gebieten mit ohnehin schon hoher Feinstaubbelastung problematisch sein kann“, sagt Skrypietz. In städtischen Randgebieten und ländlichen Regionen sei der Einsatz von Pelletheizungen jedoch weniger bedenklich. Aber auch hier gelte: Grundsätzlich ist es beim Kauf eines Pelletkessels ratsam, auf ein Zertifikat wie den „blauen Engel“ zu achten, mit dem emissionsarme Anlagen ausgezeichnet werden. Wer mit Holz heize, könne dies auch gut mit der Nutzung der Sonnenkraft verbinden, etwa wenn sich Hausbesitzer für eine Solarthermieanlage entschieden, die die Warmwasserversorgung und Heizung unterstütze. Dann heize vor allem in der Übergangszeit die Sonne kräftig mit. Ebenfalls ein Plus fürs Klima: „Holzpellets sind im Prinzip klimaneutral, weil das beim Verbrennen frei gewordene klimaschädliche Kohlendioxid zuvor von den Pflanzen aufgenommen wurde“, so Skrypietz.

Hausbesitzer können für den Einbau einer Pelletheizung Geld vom Staat beantragen: bis zu 2.900 Euro Zuschuss zahlt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Pellets: Günstiger als Öl und Gas und eine bequeme Art, ökologisch zu heizen
Bundesweit waren laut dem Deutschen Pelletinstitut 2013 mehr als 320.000 Pelletkessel und -öfen im Einsatz. Diese Zahl wird weiter steigen, so Skrypietz‘ Prognose. Nicht nur, weil Holz ein nachwachsender Rohstoff sei und damit immer verfügbar, sondern weil sich momentan die Investition auch finanziell lohne: Sechs Tonnen Holzpellets kosten etwa 1.600 Euro, so seine Rechnung. Der Heizwert dieser Menge Pellets entspreche dem von rund 33.500 Kilowattstunden Gas. Bei der aktuellen Preislage gebe eine drei- bis vierköpfige Familie rund 2.250 Euro für Gas aus. Nutze sie Pellets, spare sie also rund 650 Euro pro Jahr. Neben dem günstigeren Verbrauch seien die gepressten Sägemehlstifte eine bequeme Art, ökologisch zu heizen, weil sie sauber und ohne große Umstände gelagert werden könnten, so Skrypietz. Zudem entfalle der tägliche Gang zur Mülltonne. Bei großen Anlagen müsse die Asche nur bis zu drei Mal im Jahr entsorgt werden, am besten als Dünger im Garten. Das Befüllen des Ofens laufe in der Regel vollautomatisch ab.

BAFA fördert Einbau von Pelletheizungen
Entscheiden sich Hausbesitzer für eine solche „Klimaschutzheizung“, können sie dafür Geld vom Staat beantragen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet spezielle Fördermittel für Pelletkessel: Anlagen, die zwischen fünf und 100 Kilowatt Leistung liefern, werden mit bis zu 2.900 Euro gefördert. In Verbindung mit anderen Bonussystemen kann die Förderhöhe sogar weiter steigen. Wann sich die Investition in eine Pelletheizung insbesondere auch wirtschaftlich lohnt, kann beispielsweise im Rahmen einer Energieberatung ein qualifizierter Energieberater sagen.

"Haus sanieren - profitieren!": Energieeffizienz von Ein- und Zweifamilienhäusern verbessern
Dass der Trend zum wirkungsvollen und umweltfreundlichen Heizen zunimmt, freut Andreas Skrypietz. Die Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ setze sich dafür ein, die Energieeffizienz von Ein- und Zweifamilienhäusern zu verbessern. Als Kerninstrument komme dafür der kostenlose DBU-Energie-Check zum Einsatz. Mehr als 12.300 Handwerker, Energieberater und Bau-Ingenieure in ganz Deutschland wurden von der Kampagne darin geschult, die einzelnen Gebäudeteile von Privathäusern nach ihrer Energieeffizienz zu bewerten. Damit erhalten Hauseigentümer einen ersten kostenlosen Eindruck vom energetischen Zustand ihrer Immobilie. Wer an dem Check Interesse hat, findet Energie-Checker in seiner Nähe auf der Kampagnen-Internetseite www.sanieren-profitieren.de

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