Baufachzeitung

27.06.2017

Bauwirtschaft Baufachzeitung

Flachdach Monitoring

Häufig hört man die Aussage: Flachdächer über hochsensiblen Bereichen wie OP Sälen, Datencenter, Produktionsstätten usw. sollten permanent überwacht werden, weil materielle Schäden enorm hoch sein können. Auch bei Sportstätten, Schwimmbädern, Schulen und öffentlichen Gebäuden sowie Einkaufszentren, bei denen Personenschäden zu befürchten sind, werden Monitoringsysteme immer häufiger zum Einsatz gebracht.

Und das aus gutem Grund. Mittlerweile gehören sie zum Stand der Technik. Aufgrund der mittlerweile sehr günstigen Preise ergibt sich die Frage, warum nicht alle Flachdachkonstruktionen mit einem Monitoringsystem ausgestattet werden. Die Kosten für den gesamten Flachdachaufbau steigen kontinuierlich, nicht zuletzt aufgrund immer höherer Dämmschichten. Diese gehören langfristig geschützt, sowohl aus statischen, energierelevanten, gesundheitlichen, ökologischen als auch kaufmännischen Gründen.

Neben einfachen Zeitpunkt-Monitoringsystemen wie das Sika RCS (Roof Control System), das Vedag ProtectDach oder das ProtectSys B System, stellt die günstigste und umfassendste Möglichkeit der permanenten Überwachung ein funkgestütztes Sensorsystem dar (WM – Wireless Monitoring), das Gebäudeinhaber oder Betreiber rechtzeitig über Undichtigkeiten informiert.

In der nachfolgenden Grafik wird das Funktionsprinzip dargestellt. Durch Feuchteeintritte im Dämmschichtbereich, hervorgerufen durch eine Beschädigung, einen undichten Anschlussbereich oder eine defekte Dampfsperre, verändert sich der Wasserdampfdruck, der durch Funk-, Feuchte- und Temperatursensoren erfasst wird. ´

Flachdach Monitoring

Ein Sensor reicht aus, um ca. 300 Quadratmeter Dachfläche zu überwachen. Die Daten werden über einen Datenkollektor gesammelt und an einen externen Datenserver gesendet, der die Daten auswertet. Im Schadensfall wird der Betreiber oder Eigentümer informiert.

Flachdach Monitoring

Auch funkgestützte Schneelastsensoren lassen sich in dieses System mit einbinden. Der Personen- und Gebäudeschutz wird dadurch langfristig unterstützt.

Die Zeiten, in denen die Mentalität: „Es tropft nicht, also ist mein Dach dicht“, vorherrschten, sind lange vorbei. Personen- und Investitonsschutz sind durch Sichtprüfungen alleine nicht zu erreichen.

Planer und Abdichter sollten ihre Auftraggeber auf Monitoringsysteme im Flachdachbereich aufmerksam machen. Dies ermöglicht dem Bauherrn, selbst zu entscheiden, ob er den alteingesessenen Weg einschlägt zu hoffen es würde schon gutgehen, oder lieber vorbeugt um Schäden zu vermeiden oder zu minimieren.


Der Autor Klaus Burger ist Mitarbeiter ILD Deutschland GmbH, www.ild-group.com

 

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