Baufachzeitung

28.06.2017

Bauwirtschaft Baufachzeitung

Dämmung kann Wärmeverluste von betriebstechnischen Anlagen maßgeblich senken

Egal ob groß oder klein: Industrieunternehmen können durch eine zeitgemäße Dämmung ihrer betriebstechnischen Anlagen viel Energie einsparen. In gedämmten Anlagenteilen können die Wärmeverluste um bis zu 80 Prozent gesenkt werden. Dabei ist in der Regel eine Kapitalrendite von über 50 Prozent möglich. Darauf verweisen die Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energie-Agentur (dena) und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. (HDB) im Rahmen des Kooperationsprojekts „Dämmung betriebstechnischer Anlagen in Industrie und Gewerbe“.

Im Rahmen des Kooperationsprojekts wurden deutschlandweit umgesetzte Dämmungsmaßnahmen bei betriebstechnischen Anlagen vorgestellt. Wie bei dem mittelständischen Unternehmen Paderborner Brauerei Haus Cramer GmbH & Co. KG: Durch die passgenaue Dämmung von Armaturen in der Heizungsanlage der Brauerei konnten deren Wärmeverluste um 80 Prozent verringert werden. Die Kapitalrendite dieser Investition betrug dabei 128 Prozent.

Vergleichbare Werte im industriellen Maßstab erzielte das Großkraftwerk Mannheim: 2013 errichtete das Unternehmen einen neuen Fernwärmespeicher zur Pufferung und Nutzung von Kraftwerksenergien und dämmte diesen an Dach und Wänden mit modernen Materialien. In der Folge konnten die Wärmeverluste gegenüber einer Standarddämmung um 80 Prozent reduziert und eine Kapitalrendite von 40 Prozent erzielt werden.

Die Initiatoren des Projektes appellierten deshalb auch im Rahmen der internationalen Fachmesse ISO 2014 in Köln an Industrie und Gewerbe in Deutschland, das Thema Dämmung und die damit verbundenen Energieeffizienz- und Kosteneinsparpotenziale stärker in den Fokus zu rücken.

„In Zeiten steigender Strom- und Energiepreise stellt Energieeffizienz einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil für ein Unternehmen dar“, so Steffen Joest, stellvertretender Bereichsleiter Energiesysteme und Energiedienstleistungen bei der dena. „Nach wie vor lehnen viele Unternehmen Energieeffizienzmaßnahmen jedoch ab, da sie ihnen zu teuer erscheinen. Im Vergleich zu den erheblichen Energie- und Kosteneinsparungen ist die Investition in eine optimierte Anlagendämmung aber relativ gering.“

Auch Holger Elter, Vorstandsvorsitzender des HDB kritisierte den überhöhten Energieverbrauch industrietechnischer Anlagen: „Bis zu zehn Prozent der Anlagenteile sind nicht oder unzureichend gedämmt.“ Der Verband hat für Deutschland dazu ein jährliches Einsparpotenzial von bis zu 106 Petajoule Energie und 8,7 Megatonnen CO2 durch eine betriebstechnische Dämmung ermittelt. „Unternehmen in Deutschland könnten mit einer angemessenen Dämmung in betriebstechnischen Anlagen jährlich bis zu 750 Millionen Euro Energiekosten sparen.“

Zur Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energie-Agentur (dena): Mit der bundesweiten Kampagne Initiative EnergieEffizienz unterstützt die dena Unternehmen bei der Erschließung vorhandener Energie- und Kosteneinsparpotenziale. Die Initiative wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Das Projektmodul „Dämmung betriebstechnischer Anlagen in Industrie und Gewerbe“ entstand in Kooperation mit dem HDB. Das Ziel war es, Unternehmen bei der Erschließung der hochwirtschaftlichen Energieeffizienzpotenziale im Bereich der Dämmung von industrietechnischen Anlagen zu unterstützen. Hierfür stellt die Initiative EnergieEffizienz Informationsmaterialien und Online-Angebote, wie den Quickcheck Rohrleitungsisolierung unter www.industrie-energieeffizienz.de zur Verfügung.

Zum Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. (HDB): Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie umfasst als Dachverband 13 Landesverbände und fünf Fachverbände. Er repräsentiert die Interessen von 2.000 großen und mittelständischen Unternehmen der deutschen Bauindustrie. Die Unternehmen der Bauindustrie erwirtschaften als Generalunternehmen, Spezialbauunternehmen oder Nachunternehmen einen Umsatz von über 43 Milliarden Euro. Dies ist gut die Hälfte des Umsatzes im deutschen Bauhauptgewerbe. Die Unternehmen beschäftigen 250.000 Mitarbeiter. Dies entspricht 34 Prozent aller Beschäftigten im deutschen Bauhauptgewerbe.

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