Baufachzeitung

01.05.2017

Bauwirtschaft Baufachzeitung

Bis ins hohe Alter unabhängig und sicher leben

Türsprechstelle von Gira

Ein dunkler Hausflur wird zur Stolperfalle, Bewohner mit Hörproblemen reagieren nicht sofort auf den Feueralarm aus dem Dachgeschoss, das tägliche Hoch- und Runterziehen der Rollläden kann einen belastenden Kraftakt darstellen – das Thema „barrierefreies Wohnen“ umfasst vielfältige Aspekte. Wer dabei nur an bodengleiche Duschen oder den Verzicht auf Schwellen und Stufen denkt, vergisst den großen Bereich der Elektroinstallation. „Um bis ins hohe Alter selbstständig in den eigenen vier Wänden zu leben, können elektrische Lösungen eine wichtige Unterstützung darstellen“, sagt Hartmut Zander von der Initiative ELEKTRO+.

„Wir empfehlen daher, sich frühzeitig mit Möglichkeiten wie modernen Türsprechanlagen, vernetzten Rauchmeldern oder Hausautomation vertraut zu machen.“ Mit Weitsicht kann der Wohnraum bei Neubau oder Renovierung bedarfsgerecht gestaltet werden. Daran sollten auch Vermieter denken, denn in den kommenden Jahren wird der Bedarf an altersgerechten Wohnungen stark zunehmen. Das Statistische Bundesamt prognostiziert, dass spätestens im Jahr 2060 jeder dritte Deutsche 65 Jahre und älter sein wird. ELEKTRO+ stellt Maßnahmen vor, die das Wohnen für jedes Alter einfacher, sicherer und komfortabler machen.

Helligkeit bringt Sicherheit: Bewegungs- und Präsenzmelder Egal ob im Außenbereich oder auf dem Weg ins Badezimmer – bei Dunkelheit steigt das Risiko zu stolpern oder zu stürzen. Anstatt erst den Lichtschalter suchen und einschalten zu müssen, reagieren Bewegungs- oder Präsenzmelder sofort und sorgen für Helligkeit beim ersten Schritt. Besonders in Fluren, Treppenbereichen und Kellern bieten Bewegungsmelder mehr Sicherheit und Orientierung. Die feinen Sensoren von modernen Präsenzmeldern erkennen, ob sich eine Person im Raum befindet: Selbst wenn sie sich nicht stark bewegt wie zum Beispiel beim Fernsehen, bleibt das Licht eingeschaltet. Bei Abwesenheit oder ausreichendem Tageslicht schalten sich die Lampen automatisch aus. Das ist praktisch und spart gleichzeitig Strom.

Türkommunikation von Busch-Jaeger

Sehen, wer vor der Tür steht: Moderne Türkommunikation Eine gute Kontrolle über den Eingangsbereich bietet eine moderne Türsprechanlage, am besten mit Videofunktion bzw. Bildübertragung und Freisprechstellen. Dadurch muss der Bewohner nicht erst in einen Hörer sprechen und sieht, wer vor der Tür steht. Gerade allein lebende Senioren erhalten somit mehr Sicherheit und können sich vor Trickdieben schützen. „Bei Mobilitätseinschränkungen ist die Anschaffung eines Türkommunikationssystems ratsam, das zusätzlich über das Telefon von jedem Wohnraum aus bedient werden kann“, meint Hartmut Zander von ELEKTRO+.

Auch Schalter und Steckdosen sollten barrierefrei sein Generell gilt, dass Schalter nicht höher als einen Meter über dem Fußboden angebracht werden sollten, besser sind 85 cm Höhe. Für Steckdosen sind 40 cm ideal, damit Rollstuhlfahrer sie ebenfalls problemlos erreichen können. Orientierungsleuchten in Schaltern und Dosen oder auffällig gefärbte Rahmen sorgen für schnelle Auffindbarkeit. Für das Alter und eine eingeschränkte Motorik eignen sich große Tastflächen besonders gut. Im Fachhandel ist ein breites Spektrum an Varianten erhältlich, woraus mit Bedacht die passenden Modelle gewählt werden können.

Steckdose mit integrierter Beleuchtung von Jung

Vernetztes Wohnen: Vorteile der Hausautomation „Bei einer vorausschauenden Planung sollte direkt an die Option einer modernen Gebäudesystemtechnik gedacht werden“, rät der Experte von ELEKTRO+. „Gerade älteren Menschen fällt es nicht leicht, sich mit solchen technischen Neuerungen vertraut zu machen – daher lässt ein frühzeitiger Einbau genug Zeit, um sich daran zu gewöhnen und alle Vorteile zu entdecken.“ Verschiedene gebäudetechnische Komponenten werden auf diesem Weg miteinander vernetzt und automatisch in Betrieb genommen. Dazu zählen beispielsweise die Rollläden, die zu bestimmten Zeiten oder auf Knopfdruck wie von selbst geöffnet und geschlossen werden. Eine zentrale Programmierung und Steuerung ist gleichzeitig für Heizung, Licht oder elektronische Geräte möglich. Sogar die Rauchmelder können in das System eingebunden und untereinander vernetzt sein. Das hat den großen Vorteil, dass im Notfall alle Geräte gleichzeitig Alarm schlagen – was gerade bei Hörproblemen wichtig ist. Ein Fachbetrieb informiert ausführlich über alle Möglichkeiten zur Individualisierung sowie zur sicheren und komfortablen Umsetzung.

Weitere Informationen zum Thema bietet die Initiative ELEKTRO+ unter www.elektro-plus.com

 

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