Baufachzeitung

11.12.2017

Immobilien-Nachrichten

Baufinanzierung: Fehleinschätzungen sind teuer

Nicht nur an der Börse, sondern auch bei der Baufinanzierung oder dem Immobilienerwerb spielen psychologische Aspekte eine erhebliche Rolle. „Viele Kreditnehmer sehen die Zukunft zu rosig und beachten mögliche Fallstricke nicht oder nicht ausreichend kritisch“, erklärt Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer eines Baufinanzierungsportals.

Tatsächlich sind die Finanzierungskonditionen im Moment auf einem sehr niedrigen Niveau, dennoch können auch bei der Finanzierung Fehler gemacht werden, die sich erst in Zukunft zeigen. Der größte Fehler: eine zu geringe anfängliche Tilgung. Dadurch ist die Restschuld zum Laufzeitende des Finanzierungsabschnitts relativ hoch. Steigen zwischenzeitlich die Bauzinsen deutlich an, gerät die gesamte Finanzierung unter Umständen ins Wanken. Das heißt, die günstigen Bedingungen sind nur dann vorteilhaft, wenn auch im ersten Finanzierungsabschnitt ein beträchtlicher Teil der Restschuld abgebaut wird oder deutlich mehr Eigenkapital in die Finanzierung eingebracht wird als formell erforderlich. Zum „Schnäppchenpreis“ ist keine Immobilie zu finanzieren.

Wer nur wenig tilgt, wird sein Zuhause über einen langen Zeitraum finanzieren müssen. 35 Jahre oder länger sind bei niedrigen Zinsen keine Seltenheit. So kann es mitunter erforderlich werden, die Finanzierungsraten in der einkunftsschwächeren Rentenzeit weiter bezahlen zu müssen.
Eigenleistungen werden schnell zum Problem

Viele Bauherren überschätzen ihre Finanzierungskenntnisse und glauben zudem, mit einigen Tricks, zum Beispiel Eigenleistungen, ließe sich die Ratenbelastung weiter reduzieren. Wer vom „Fach“ ist, kann durch seine Bauerfahrung tatsächlich Geld sparen. Hobbyhandwerker, die einen Großteil der Bauleistungen selbst erbringen möchten, werden entweder durch die Bank oder spätestens auf der Baustelle eines Besseren belehrt: Teure Nachfinanzierungen oder mangelhafte Bauausführungen lassen den Traum vom eigenen Heim schnell zu einem Alptraum werden.

In vielen Regionen Deutschlands entwickeln sich die Immobilienpreise stabil, so dass langfristig mit einer positiven Wertentwicklung zu rechnen ist. Dies gilt jedoch nicht für alle Orte in Deutschland. Nicht jede Immobilientransaktion realisiert tatsächlich einen Gewinn. In der Vollkostenbetrachtung realisieren viele Verkäufer gerade so den inflationsbereinigten Einstandspreis und einige sogar Verluste. Häufig blenden Erwerber die Möglichkeit von Verlusten aus. Wer ein Haus auf dem Land, in größerer Entfernung zu einer Stadt oder Metropole erwirbt, zu teuer oder in einer schlechten Lage eingekauft hat, darf später über mögliche Verluste nicht erstaunt sein. Eine realistische Einschätzung des angemessenen Kaufpreises und der Zukunftspotentiale sind unabdingbarer Bestandteil eines seriösen Kaufprozesses.

Weitere Informationen sowie den Kontakt zu den Experten gibt es unter www.baufi24.de

 

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