Baufachzeitung

26.04.2017

Grönland – Gewinner des Klimawandels?

Der Grönländische Eispanzer droht bald zu schmelzen - und die meisten Grönländer freuen sich darüber. Bild: DDG

Noch lastet auf der riesigen Insel Grönland der mächtigste Eispanzer der Welt. Doch der Klimawandel lässt diese Gletschermassive erheblich schrumpfen. Die Insel, sechsmal so groß wie Deutschland, steht vor massiven ökologischen Veränderungen. Was aber nicht unbedingt negativ zu verstehen ist: Während der Großteil der Welt sich vor dem Klimawandel fürchtet, erwarten die rund 57.000 Einheimischen Grönlands eine verheißungsvolle Zukunft. Das mildere Klima erlaubt ihnen erste Versuche in der Landwirtschaft, die vorher undenkbar gewesen wären. Wird Grönland der Gewinner des Klimawandels? Diese Frage möchte die Deutsch-Dänische Gesellschaft e.V. (DDG) bei ihrem Grönlandtag am Samstag, 9. November, im Audimax der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) beantworten.

„Vom Eise befreit – Grönlands Wege in die Zukunft“ lautet der Titel des Grönlandtages, bei dem unter anderem ein exklusives Interview mit der grönländischen Regierungschefin Aleqa Hammond gezeigt wird. Auch Professor Frederik Paulsen, Ehrenbürger und Förderer der CAU, erzählt anlässlich des Grönlandtages von seinen „Reisen zu den vier Nordpolen“. Atemberaubend sind die Erzählungen über seine Reise zum Meeresgrund: Denn als einer von nur sechs Augenzeugen war er in einem der Tauchboote, die 2007 die russische Flagge auf den Nordpol setzten – vier Kilometer unter der Meeresoberfläche.

Weitere Fragen rund um Grönland, wie zum Beispiel die kontroverse Debatte um Rohstoffe und deren Bergung, werden während der öffentlichen Veranstaltung thematisiert. So wird laut Forscherinnen und Forschern das schrumpfende Inlandeis seit Jahrmillionen begrabene Landflächen freilegen. Und die hier versteckten Bodenschätze sind heiß begehrt: Gold, Platin, seltene Erden und nicht zuletzt Rohöl versprechen den Grönländerinnen und Grönländern eine äußert reiche Zukunft. Zudem erhofft sich das Eiland durch eine Neuaufteilung der Weltmeere in sogenannte „nationale Wirtschaftszonen“ einen immensen Zuwachs an Seegebiet. Doch auch China und Russland haben auf die erhofften Gebiete und deren Ölvorkommen ein Auge geworfen. Die Pläne des noch unter Dänischer Krone stehenden Landes sorgen also für reichlich Zündstoff – auch weil das seit Jahren von Dänemarks Finanzspritzen abhängige Land die Unabhängigkeit anstrebt.

Das Wichtigste in Kürze:
Was: Grönlandtag der DDG „Vom Eise befreit – Grönlands Wege in die Zukunft“
Wann: Samstag, 9. November, 9:30 Uhr
Wo: Christian-Albrechts-Platz 2, Audimax, Hörsaal C, 24118 Kiel

Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet hauptsächlich in deutscher Sprache statt.

Das vollständige Programm des Grönlandtages finden Sie hier: Link zum Grönlandtag

 

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