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Die Kalksandsteinindustrie setzt auf Zusammenhalt, Forschung und Nachhaltigkeit


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Die Kalksandsteinindustrie feierte 2025 ihr 125-jähriges Bestehen – ein Meilenstein, der jedoch inmitten einer tiefgreifenden Baukrise stattfindet. Seit drei Jahren steckt die Bauwirtschaft in einer Rezession, die weite Teile der Branche vor existenzielle Herausforderungen stellt. Trotz der angespannten Lage überwiegt bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie e.V. in Braunschweig vorsichtiger Optimismus: Erste Signale einer konjunkturellen Erholung im Wohnungsbau sind erkennbar.

Krisenfest durch Einigkeit und Engagement

Jan Dietrich Radmacher, Vorstandsvorsitzender des Verbands, eröffnete die Versammlung mit verhalten positiven Botschaften. Zwar bewegen sich die Genehmigungszahlen und das Baufinanzierungsvolumen noch auf niedrigem Niveau, doch der Trend zeigt langsam nach oben. Auch Projektentwickler und Baufirmen berichten von einer leichten Verbesserung der Marktaussichten.

Die Kalksandsteinindustrie diskutiert offen über die aktuell sehr großen Herausforderungen. Foto: Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. I Henning Stauch
Die Kalksandsteinindustrie diskutiert offen über die aktuell sehr großen Herausforderungen. Foto: Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. I Henning Stauch

Radmacher betonte, dass es dringend politische Unterstützung brauche, um einen echten Aufschwung zu ermöglichen. Entbürokratisierung, gezielte Steuererleichterungen und eine verlässliche Förderpolitik seien zentrale Hebel, um Wohnungsbau, Bauwirtschaft und Baustoffindustrie vor weiterem Schaden zu bewahren. „Der Koalitionsvertrag enthält mit dem Bau-Turbo, der EH55-Förderung und der Stärkung des sozialen Wohnungsbaus vielversprechende Ansätze“, erklärte er, mahnte jedoch an, dass diese Vorhaben nun auch zügig umgesetzt werden müssten.

Neuer Vorstand: Kontinuität und frische Impulse

Im Rahmen der Versammlung wurde Karsten Mechau neu in den Vorstand gewählt. Der Geschäftsführer der Rodgauer Baustoffwerke GmbH & Co. KG sowie der Unika Kalksandsteinwerke Südbayern GmbH & Co. KG bringt umfangreiche Branchenerfahrung mit. Er folgt auf Christian Bertmaring, der sein Amt aus beruflichen Gründen niederlegte. Radmacher würdigte Bertmarings langjährigen Einsatz und zeigte sich überzeugt, dass Mechau einen wertvollen Beitrag zur Zukunftsstrategie des Verbands leisten werde.

Freut sich auf die gemeinsame Vorstandsarbeit zum Wohle der Kalksandsteinindustrie: Karsten Mechau, Geschäftsführer der Rodgauer Baustoffwerke GmbH & Co. KG.Foto: Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. I Henning Stauch
Freut sich auf die gemeinsame Vorstandsarbeit zum Wohle der Kalksandsteinindustrie: Karsten Mechau, Geschäftsführer der Rodgauer Baustoffwerke GmbH & Co. KG.Foto: Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. I Henning Stauch

Nachhaltigkeit mit Nachweis

Ein bedeutender Schritt in Richtung klimafreundliches Bauen ist das neue Nachhaltigkeitsgütesiegel der Kalksandsteinindustrie. Es wurde im Frühjahr 2025 eingeführt und prüft streng auf Parameter wie das Treibhauspotenzial und den Verbrauch nicht erneuerbarer Primärenergie. Bereits zur Einführung bewarben sich rund 50 Prozent der deutschen Kalksandsteinwerke um das Siegel.

Roland Meißner, Geschäftsführer der Verbandsorganisation, verkündete stolz, dass inzwischen 20 Werke die Anforderungen durch belastbare Ökobilanzen erfüllt haben. Weitere Anträge seien in Bearbeitung. Das Gütesiegel orientiert sich an den Standards des Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude (QNG) sowie der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) – ein klarer Vorteil für Bauherren, die staatliche Fördermittel in Anspruch nehmen wollen.

Schon jetzt eine echte Erfolgsgeschichte - das Kalksandstein-Nachhaltigkeitsgütesiegel (KS-NGS). Im April 2025 hatte der Verband proaktiv ein branchenweit einheitliches Bewertungsverfahren zur Ermittlung und Dokumentation der ökologischen Performance von Kalksandsteinprodukten eingeführt – das Kalksandstein-Nachhaltigkeitsgütesiegel (KS-NGS). Bereits zum Start hatte sich gut die Hälfte aller deutschen Kalksandsteinwerke um die anspruchsvolle Ökobilanzierung auf Produkt-, Werks- oder Unternehmensebene beworben. Im Rahmen der Mitgliederversammlung konnten die nächsten 18 Gütesiegel überreicht werden. Foto: Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. I Henning Stauch
Schon jetzt eine echte Erfolgsgeschichte – das Kalksandstein-Nachhaltigkeitsgütesiegel (KS-NGS). Im April 2025 hatte der Verband proaktiv ein branchenweit einheitliches Bewertungsverfahren zur Ermittlung und Dokumentation der ökologischen Performance von Kalksandsteinprodukten eingeführt – das Kalksandstein-Nachhaltigkeitsgütesiegel (KS-NGS). Bereits zum Start hatte sich gut die Hälfte aller deutschen Kalksandsteinwerke um die anspruchsvolle Ökobilanzierung auf Produkt-, Werks- oder Unternehmensebene beworben. Im Rahmen der Mitgliederversammlung konnten die nächsten 18 Gütesiegel überreicht werden. Foto: Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V. I Henning Stauch

Forschung als Zukunftsinvestition

Die Kalksandsteinindustrie investiert seit Jahrzehnten in gemeinsame, vorwettbewerbliche Forschung. Ziel ist die kontinuierliche Optimierung von Produkten und Prozessen im Sinne der Klimaneutralität – ein Ziel, das bereits 2021 in der „Roadmap für eine treibhausgasneutrale Kalksandsteinindustrie“ formuliert wurde und demnächst überarbeitet werden soll.

Aktuell stehen mehrere Forschungsprojekte auf dem Programm: Sie beschäftigen sich unter anderem mit der Reduktion des Kalkanteils und der Weiterentwicklung von Rezepturen. Gleichzeitig wird der Autoklavierprozess mithilfe Künstlicher Intelligenz optimiert, ebenso wie die Wartung der Produktionsanlagen durch vorausschauende Analytik.

Radmacher betonte in seinem Fazit: „Unsere Geschichte zeigt, dass wir nur gemeinsam krisenfest bleiben. Mit nachhaltigen Produkten, kollektiver Innovationskraft und klarer Kommunikation sind wir für die Zukunft gut aufgestellt.“


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