PARANET-Traglufthalle in Kiel: Winterfestes Beachvolleyball für ganz Schleswig‑Holstein
Was auf den ersten Blick wie eine aufgespannte Spargelabdeckung wirkt, ist tatsächlich das Sinnbild einer Innovation: Die PARANET-Traglufthalle auf dem Nordmarksportfeld in Kiel ist nicht nur eine Halle, sondern eine Antwort auf ein Problem, das Sportfans in Schleswig-Holstein seit Jahren begleitet. Sobald der Herbst Einzug hält, waren die Tage des Outdoor-Beachvolleyballs gezählt, bis jetzt. Dank PARANET steht nun eine Konstruktion, die das ganze Jahr über Outdoor-Feeling auf den Sand bringt, ob im November oder im Februar.
Eine ganz neue Liga für den Wintersport
Früher bedeutete Winter automatisch: Trainingsausfälle, Kurzarbeit beim Vereinssport, und eine spürbare Einbuße an Lebensqualität für viele Sportbegeisterte. Die Traglufthalle stellt das auf den Kopf und zeigt, wie moderne Infrastruktur den Breitensport stärken kann. Die Initiative entstand aus der Idee heraus, dass Sport nicht auf bestimmte Jahreszeiten beschränkt sein muss, eine Vision, die hier Realität wurde.
Planung und Aufbau: Ein logistisches Meisterwerk
Der Aufbau begann mit rund 30 Helferinnen und Helfern, ein Team aus Technikern, Vereinsmitgliedern und ehrenamtlich Engagierten. Ihre erste Aufgabe bestand darin, spezielle Folien auf dem Sand auszulegen. Diese isolierenden Materialien schaffen die klimatische Grundlage für das Halleninnere, warme Luft bleibt gespeichert, Feuchtigkeit bleibt außen.
Auf diese Basis folgt ein schweres Stahlnetz, damit wird das Traglufthallen-System sicher im Boden verankert. Nun war Handarbeit gefragt. Die riesige „Hallenhaut“, eine Art starker, flexibler Membran, musste millimetergenau unter das Netz platziert werden. Jede Falte, jede Rundung musste auf den Punkt sitzen. Erst wenn die Membran perfekt liegt, kann das Gebläse zum Einsatz kommen. Nach rund vier Stunden war die Struktur mit Luft gefüllt, die Kuppel geformt und von weiten schon sichtbar.
Innen wie Sommer: Sport auf höchstem Wohlfühlniveau
Das Ergebnis ist beeindruckend: Mit rund 30 × 50 Metern Grundfläche bietet die Halle Platz für vier vollwertige Beachfelder. Dazu kommen Umkleide- und Duschcontainer, die Halle wird so zur modernen Sportstätte mit Komfort, Hygiene und Flexibilität. Innen herrschen angenehme 15 Grad, gleichmäßige Luftfeuchtigkeit und ein Licht, das Schatten gar nicht erst entstehen lässt, ideal für Training, Wettkämpfe oder einfach Freizeitvergnügen.
Das Innengefühl ist so gelungen, dass Spielerinnen und Spieler häufig berichten: Es erinnert an einen Sommerurlaub im Sand, obwohl der Wind draußen tobt. Dieser Effekt macht die Traglufthalle nicht nur praktisch, sondern auch sehr wertvoll, sie hält die Leidenschaft des Beachvolleyballs lebendig, auch wenn draußen der Winter tobt.
Ganzjahrestauglich, langlebig und klug finanziert
Typisch für das System ist die vorausschauende Planung: Wenn der Frühling kommt, wird der Luftdruck reduziert, die Hülle zusammengelegt und fachgerecht im Sommerlager verstaut. Im Herbst beginnt der nächste Aufbau, ein jährlicher Rhythmus, der auf eine Lebensdauer von mindestens 30 Jahren ausgelegt ist. Langfristig gedacht, nachhaltig konzipiert, sinnvoll finanziert.
Die Investitionen kommen zur großen Mehrheit aus Landesmitteln, die Traglufthalle ist nicht nur ein Sportprojekt, sondern ein öffentliches Signal: Hier wird in Zukunft investiert, hier entstehen Rahmenbedingungen, damit Sport für alle zugänglich bleibt. Eine Solche Flexibilität war früher kaum vorstellbar, heute ist sie Vorbild und leuchtendes Beispiel.
Mehr als Beachvolleyball: Eine Infrastruktur mit Strahlkraft
Klar, Beachvolleyball steht im Fokus, aber die Halle ist mehr als nur ein Volleyballplatz im Winter. Schulen können im Rahmen des Sportunterrichts flexible Flächen mit ihrer fantastischen Sandbasis nutzen, Vereinstrainings aller Altersgruppen werden bunter und vielfältiger, und sogar Varianten wie Beachhandball finden Platz. Die Anlage schafft Möglichkeiten für Generationen, Mischung und Bewegung.
Wenn sich im Herbst die Mannschaften wieder ins Freie begeben, ist die Halle bereit, im praktischen Sinne den Rückraum zu halten. Sie wartet, um jederzeit wieder Luft zu fassen.

